Wilhelmine Schröder-Devrient (1804-1860)

"Das ist ein gewaltiges Weib – in der Kunst mein Ideal!" urteilte Clara Schumann über die bedeutendste deutsche Sängerdarstellerin des 19. Jahrhunderts Wilhelmine Schröder-Devrient (geboren 6. Dezember 1804 in Hamburg, gestorben 26. Januar 1860 in Coburg).

Der Tochter eines Künstlerehepaars war die Karriere als Sängerin und Schauspielerin quasi vorbestimmt. Wilhelmine stand schon als Kind auf der Bühne und wechselte mit 15 Jahren vom Ballett zum Schauspiel. Am Wiener Burgtheater debütierte sie als Schauspielerin (als Aricia in Friedrich von Schillers Phädra) und studierte dann Gesang. 1822 übernahm sie die Titelrolle in Ludwig van Beethovens Fidelio. Clara Schumann wohnte 1839 einer solchen Aufführung bei und fällt o.g. Aussage. Die beiden Frauen verband daraufhin eine lebenslange Freundschaft.

1823 geht Wilhelmine Schröder nach Dresden und heiratet im selben Jahr den Schauspieler Carl Devrient, von dem sie sich 1828 wieder scheiden ließ. An der Dresdner Hofoper bleibt sie bis 1847, wo sie in zahlreichen großen Rollen auftrat: Emmeline in Joseph Weigl's Die Schweizer Familie, Euryanthe in Carl Maria von Webers gleichnamiger Oper (RISM ID no. 270002668), Adriano in der Uraufführung des Rienzi von Richard Wagner (RISM ID no. 270000984) und in André-Ernest-Modeste Grétry's Raoul Barbe-Bleue (RISM ID no. 270001250 and 280000180).

Gastspiele führten die Sängerin während ihrer Dresdner Zeit nach Paris (1830, 1832), Berlin (1831) und London (1832).1844 sang sie vielfach Lieder von Robert und Clara Schumann. Robert Schumann widmete ihr den Liederzyklus Dichterliebe op. 48. Nach einer kurzen Ehe  (1847-1848) mit dem sächsischen Offizier David Oskar von Döring, nimmt Wilhelmine von Döring 1849 am Dresdner Maiaufstand teil und wurde zeitweise verhaftet. 1850 heiratete sie in Gotha den 14 Jahre jüngeren Gutsbesitzer Heinrich von Bock, folgt ihm nach Livland und kehrte 1852 mit ihm nach Deutschland zurück. Sie lebte dann abwechselnd in Berlin und Dresden.

Als Konzertsängerin trat Wilhelmine Schröder-Devrient 1856 wieder mit Liedern von Franz Schubert, Beethoven und Felix Mendelssohn Bartholdy auf. 1859 nahm sie endgültig Abschied von der Bühne und starb am 26. Januar 1860 in Coburg.


Abbildung: Madame Schröder als Adriano in Richard Wagners Rienzi, aus: Johann Jacob Weber (Hrsg.), 1803–1880 - Illustrirte Zeitung no. 7, 12. August 1843, J. J. Weber, Leipzig, 1843. MDZ München (gemeinfrei). 

 

Kategorie: RISM A-Z



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