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RÉPERTOIRE INTERNATIONAL DES SOURCES MUSICALES (RISM)

Zentralredaktion Frankfurt

Jahresbericht 2019

Träger: Internationales Quellenlexikon der Musik e.V., Frankfurt am Main. Ehren-präsidenten: Dr. Harald Heckmann, Ruppertshain, Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Wolff, Cambridge/Freiburg; Präsident: Prof. Dr. Klaus Pietschmann, Mainz (ab 15. Nov.); Vize­präsidentin: Prof. Dr. Andrea Lindmayr-Brandl, Salzburg; Sekretär: Dr. Laurent Pugin, Bern; Schatzmeister: Prof. Dr. Klaus Pietschmann, Mainz (bis 15. Nov.) - Jane Gottlieb, New York (ab 15. Nov.); kooptierte Vor­stands­mitglieder: Prof. Dr. Ulrich Konrad, Würzburg; Dr. Balázs Mikusi, Budapest (bis 15. Nov.); Prof. Dr. John H. Roberts, Berkeley. Commission Mixte (Delegierte von IAML und IMS): Mathias Auclair (IAML); Prof. Dr. Egberto Bermudez Cujar (IMS); Richard Chesser (IAML); Prof. Dr. Dinko Fabris (IMS); Jane Gottlieb (IAML, bis 15. Nov.); Prof. Dr. Markus Grassl (IMS); Prof. Dr. Beatriz Magalhães Castro (IAML); Prof. Dr. Thomas Schmidt (IMS); Dr. Barbara Wiermann (IAML); Prof. Dr. Christiane Wiesenfeldt (IMS). Leiter der Zentral­redaktion: Klaus Keil, Frankfurt.

Projektleiter: Prof. Dr. Klaus Pietschmann, Mainz.

Anschrift: Internationales Quellenlexikon der Musik, Zentralredaktion, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Campus Bockenheim, Senckenberganlage 31-33, 60325 Frankfurt am Main, Tel.: 069/706231, Fax: 069/706026, E-Mail: contact@rism.info, Internet: www.rism.info.

Verlage: für Serie A/I, für die Bände VIII,1 und 2 der Serie B sowie für Serie C: Bären­reiter-Verlag, Kassel; für Serie A/II, Internetdatenbank: EBSCO Publishing, Inc., Bir­mingham, USA; für Serie B (ohne Bände VIII,1 und 2): G. Henle Verlag, München.

Hosting: Bayerische Staatsbibliothek, München; Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz (Datenbanken); Digitale Akademie der Mainzer Akademie der Wissen­schaften und der Literatur (Website).

Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Dr. Martina Falletta, Stephan Hirsch, Klaus Keil, Björn Kessler, Guido Kraus, Alexander Marxen, Jennifer Ward, Isabella Wiedemer-Höll. Die Arbeit wurde unterstützt durch Praktikanten und durch Martin Bierwisch, Kristina Krämer und Johanna Thöne als studentische MitarbeiterInnen.

Das Internationale Quellenlexikon der Musik (Répertoire International des Sources Musi­cales – RISM) mit der Zentralredaktion in Frankfurt steht unter dem Patronat der „Association Internationale des Bibliothèques, Archives et Centres de Documentation Musicaux“ (IAML) und der „Société Internationale de Musicologie“ (IMS) und hat die Aufgabe, weltweit die gedruckte und handschriftliche Überlieferung der Musik zu doku­mentieren. In einer Serie A/I werden zwischen 1600 und 1800 erschienene Einzeldrucke, in einer Serie A/II die Musikhandschriften nach 1600 mit einer ausführlichen Beschrei­bung inklusive der Fundorte nachgewiesen. Beide Serien sollten ursprünglich wie in den Bänden der Serie A/I alphabetisch nach Komponistennamen angeordnet sein. Da inzwi­schen beide Serien in einer Datenbank veröffentlicht werden, können weitaus mehr Zu­griffs­möglichkeiten angeboten werden. Die Serie B ist für Spezialrepertorien vorgesehen wie z. B. Sammeldrucke des 16. bis 18. Jahrhunderts, das deutsche Kirchenlied, musik­theo­retische Quellen in lateinischer, griechischer, arabischer, hebräischer und persischer Spra­che usw. Die Serien A/I, A/II und B werden durch eine Serie C, das „Directory of Music Research Libraries“, ergänzt.

Serie A/I: Erschienen in 9 Bänden, 4 Supplementbänden, 1 Registerband und als CD. Die CD-ROM zur Serie A/I war im Dezember 2011 erschienen. Sie enthielt alle Einträge der 9 Bände und die eingearbeiteten Supplemente. Die Daten der CD-ROM wurden in das Erfassungssystem Muscat (s. u.) geladen. Seit Juli 2015 stehen sie im RISM Online-Katalog zur Verfügung. Einige Ländergruppen machen von der Möglichkeit Gebrauch, Korrekturen und Ergänzungen anzubringen, wozu auch insbesondere das Hinzufügen von Fund­or­ten und Links zu digitalen Reproduktionen gehört. Es wurden auch 2091 neue Ausgaben eingegeben (aufgeführt bei der Arbeitsgruppenstatistik siehe unten) und zusätzlich ca. 11.000 Teileinträge zu Sammlungen. Damit verändern sich die Daten gegenüber der Buchpublikation zunehmend.

Das in Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden durchgeführte Projekt, das eine Revision der Vorgehensweise bei der Bearbeitung von Drucken bei RISM zum Ziel hatte, ist nahezu abgeschlossen. Nachdem im letzten Jahr neue Templates zur detaillierten Erfassung von Drucken in Muscat eingeführt wurden, konnte nun der RISM-OPAC auf die neuen Anforderungen angepasst werden (siehe unten). Die Handreichung für Bibliotheken steht noch aus.

Serie B: Im Rahmen dieser Reihe sind bisher 33 Bände erschienen; zuletzt RISM B/XVII: Die Triosonate. Catalogue raisonné der gedruckten Quellen, hrsg. von Ludwig Finscher, Laurenz Lütteken und Inga Mai Groote, Mün­chen 2016.

Bereits 1979 bis 1986 wurden 3 Sonderbände „Das Tenorlied“ publiziert.

Die eigentlich für eine Buchrevision gedachte Überarbeitung der Einträge von zwi­schen 1500 und 1550 erschienenen Drucken des Bandes B/I durch Howard Mayer Brown konnte verwendet werden, um Einträge für eine Datenbank herzustellen. Diese wur­de 2015 in den RISM Online-Katalog aufgenommen. Zwischenzeitlich konnten die verbleibenden Seiten des Bandes B/I und der Band B/II gescannt und in eine Textdatei umgewandelt werden. Auch für den zweiten Teil des B/I Bandes gibt es eine – wenn auch unvollständige – Revision von Gertraut Haberkamp. Außerdem können Daten von Early Music Online und dem Verzeichnis deutscher Musikfrühdrucke (VDM 16) herangezogen werden. Diese Ressourcen wurden in einem halbautomatischen Verfahren kombiniert. Mit einer weiteren Förderung durch den Kulturfonds der VG-Musikedition soll bis Ende 2020 die Überarbeitung des ganzen Bandes B/I, also Sammeldrucke bis 1700 abgeschlossen werden.

Serie C: Bisher erschienen fünf Bände. Zuletzt konnten die in Zusam­menarbeit mit dem Publications Committee der IAML revidierten Bände II und III,1 herausge­geben werden. Darüber hinaus hat die RISM-Zentralredaktion einen Sonderband „RISM Bibliothekssigel-Gesamtverzeichnis“ publiziert, der inzwischen aktualisiert über die RISM Website als Datenbank der Bibliothekssigel zur Suche ange­boten wird. Die Datenbank enthält auch Kontaktdaten wie Postadresse, Link zur Website und E-Mail-Adresse. Auch kann durch Anklicken der Bestand einer Institution im RISM Online-Kata­log direkt auf­ge­rufen werden. Als Nachfolgerin der Arbeitsgruppe Access to Music Archi­ves (AMA) hat die IAML im Juli 2019 eine Projektgruppe zur Revision der Serie C eingerichtet.

Serie A/II: In dieser Serie werden Handschriften mit mehrstimmiger Musik, die nach 1600 entstanden sind, komplett erfasst und erschlossen. Sie bildet den umfangreichsten Kom­plex des gesamten RISM und gegenwärtig den Schwerpunkt seiner Arbeit. Dafür wer­­den von Arbeitsgruppen in mehr als 35 Ländern Titelaufnahmen von Musikhand­schrif­ten vor Ort in den Bibliotheken und Archiven erarbeitet. Die Ländergruppen erstel­len ihre Beschreibungen mit dem Computer und arbeiten in der Mehrzahl über das Inter­net direkt auf dem Server des RISM. Die meisten Arbeitsgruppen verwenden das extra für diesen Zweck entwickelte Erfassungsprogramm Muscat, das kostenlos zur Verfügung ge­stellt wird. Die Übermittlung von digitalisierten Informationen minimiert den redak­tionellen Aufwand und hilft, die Fertigstellung des Projektes zu beschleunigen.

Seit Beginn des Projektes wurden ca. 1.232.000 Titelaufnahmen in die RISM-Zentral­redak­tion nach Frankfurt gemeldet. Hinzu kommen die Datenbankexporte, die von Frankreich, Spanien und Österreich (ÖNB) und kleineren Projekten vorliegen.

Folgende Arbeitsgruppen haben im Berichtsjahr ihre Titelaufnahmen für Handschriften (und Drucke) mit Muscat erfasst: Argentinien: 219 (+ 60 Drucke) Titel; Belgien: 1 Titel; China, Shanghai: 28 Titel, Hongkong 12 Titel; Deutsch­land, Dresden: 3.452 (+ 52 Drucke) Titel, Mün­chen: 8.692 (+ 50 Drucke) Titel, Ko­ope­ration mit der Staats­bibliothek zu Berlin: 1.372 (+ 1 Druck) Titel, Baye­rische Staatsbibliothek: 3 665 Titel; Italien: 9 Titel; Kolumbien: 11 Titel; Kroatien: 495 (+ 2 Drucke) Titel; Litauen: 6 Titel; Mexiko: 237 Titel; Österreich, Innsbruck: 88 (+ 43 Drucke) Titel, Lambach: 159 (+ 78 Drucke) Titel, Salzburg: 40 (+ 3 Drucke) Titel (Mozarteum), Wien/Linz: 428 (+ 630 Drucke) Titel; Polen: 3.062 (+ 339 Drucke) Titel; Schweden: 1 Titel; Schweiz: 0 (9 Drucke) Titel; Slowakei: 124 (+ 127 Drucke) Titel; Slowenien: 99 Ti­tel; Spanien: 817 (+ 1 Druck) Titel; Südkorea: 2 (+ 3 Drucke) Titel; Tschechien: 479 (+ 142 Drucke) Titel; Ukraine: 28 Titel; USA: 1.129 (+ 125 Drucke) Titel.

Die Zentralredaktion hat aus Altbeständen 45 (405 Drucke) Titel eingegeben.

Viele Arbeitsgruppen revidieren auch ältere Titel. Auch gehen in der Zentralredaktion immer wieder Ergänzungen, Hinweise auf Fehler oder Komponistenzuschreibungen von Benutzern ein, die nach Absprache mit den zuständigen Arbeitsgruppen eingearbeitet wer­­den. Von einigen Bibliotheken erhielt die Zentralredaktion auch Listen mit Links zu Digitalisaten, die nach einer Sichtung meist automatisch in die Daten kopiert werden konn­ten.

Manche Arbeitsgruppen benutzen ein eigenes System und liefern teilweise erst nach einer längeren Vorlaufzeit ihre Daten. Im Einzelnen sollen hier genannt werden:

England/Vereinigtes Königreich: Gemeinsam mit der RISM-Arbeitsstelle in Irland wurde eine Datenbank der Musikhandschriften aufgebaut. In 2011 konnten 55.000 Titel nach Konvertierung in die Datenbank des RISM übertragen und im RISM Online-Katalog veröffentlicht werden.

Schweiz: Die Schweizer Arbeitsgruppe betreibt und benutzt eine eigene Installation von Muscat. Die in Einzelheiten noch abweichenden Datenmodelle werden derzeit verein­heit­icht und die bisher eingegebenen Daten sollen zu Beginn von 2020 mit der RISM Datenbank zusammengelegt werden. Dann wird auch die Schweizer Arbeitsgruppe mit dem gleichen Daten­bestand arbeiten können, wie alle übrigen Arbeitsgruppen.

Frankreich: In der Bibliothèque Nationale de France in Paris wurde eine Datenbank der hauseigenen Musikhandschriften erstellt, aus der bereits 1999 ein Buchkatalog (Kom­­­ponisten Buchstabe A-B) erschienen ist. Daneben wurden im Rahmen der Serie „Patrimoine Musical Régional“ handschriftliche und gedruckte Bestände in den Provin­zen bearbeitet und ebenfalls als Buchkataloge veröffentlicht. Im Portal „Catalogue collectif de France“ (http://ccfr.bnf.fr/portailccfr/) sind inzwischen auch Titel von RISM France zu finden. Es sind ca. 8.000 Nachweise von Handschriften vor 1820 (Kom­ponisten A-H) und ca. 15.600 von Drucken vor 1800 aus dem Département de la musique und ca. 34.000 Nachweise aus dem Patrimoine. Von den Nachweisen aus dem Dépar­tement konnten ca. 420 Titel testweise übertragen und dabei Erfahrungen für eine automatisierte Konvertierung gewonnen werden. Die Titel sind auf einer Testumgebung von Muscat und werden demnächst veröffentlicht.

Italien: Koordiniert vom Ufficio Ricerca Fondi Musicali (URFM) in Mailand arbeiten verschiedene regionale Gruppen an der Dokumentation von Handschriften, Drucken und anderen Quellen. Die Titel gehen in die nationale Datenbank SBN Musica ein, die vom Istituto Centrale per il Catalogo unico delle Biblioteche Italiane (ICCU) betrieben wird. Mit ICCU konnte 2016 eine Vereinbarung über den Datenaustausch erzielt und dies auch vertraglich vereinbart werden. Der Abgleich der Personennormdatei von ICCU mit der des RISM hat erbracht, dass ca. 40.000 neue Namen (darunter auch Dubletten) zu bearbeiten sind. Das ist nur langfristig zu bewältigen. Die gelieferten Titel mit Beschreibungen von Musikhandschriften wurden in Mus­cat eingespielt. Es handelt sich um 217.669 Titel. In der RISM Datenbank waren aber bereits ca. 89.000 Titel aus Italien vorhanden. Es wird die Aufgabe sein, die Dubletten zwischen beiden Datenbanken zu identifizieren und auszuschließen. Derzeit kann man nur vermuten, das ca. 45.000 Titel Dubletten sind. Zunächst wurden die ersten ca. 1.000 Titel von Hand bearbeitet und für den OPAC freigegeben. Die dabei gemachten Erfahrungen werden die beschleunigte Verarbeitung der restlichen Bestände befördern. In jedem Titel ist ein Link zum originalen ICCU Titel vorhanden, der die letztlich gültige Version dar­stellt. Hingegen hat die römische Arbeitsgruppe Istituto di Bibliografia Musi­cale (IBIMUS) früher das Programm PIKaDo verwendet und im Rahmen seiner Projekte direkt an die Zentral­redaktion geliefert. Mit Beginn der nächsten Projekte, die allerdings wegen feh­len­der Finanzierung auf sich warten lassen, soll Muscat, das Programm des RISM, einge­führt werden.

USA: 2018 konnte eine Datenbank mit 3.400 Titeln von der Moravian Music Foundation in Winston-Salem, North Carolina and Bethlehem, Pennsylvania übertragen werden. Weitere Eingaben werden von MitarbeiterInnen der Stif­tung in Muscat gemacht.

Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit einzelnen Instituten:

Das Deutsche Historische Institut, Rom, bearbeitet im Rahmen eines von der Deut­schen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts die Sammlungen zweier römischer Fürs­tenhäuser. Die Quellen werden digitalisiert und mit Kallisto nach RISM-Regeln be­schrie­ben. Dieses Projekt wurde inzwischen beendet.

Mit dem Richard Strauss Quellen Verzeichnis wurde vereinbart, dass die in ihrem On­line Angebot (www.rsi-rsqv.de) enthaltenen Beschreibungen von Musikquellen auch im RISM Online-Katalog erscheinen sollen. Bisher konnten bereits 650 Titelaufnahmen ein­geführt werden. Das Projekt wurde leider nicht weiter gefördert.

Das DFG-Projekt Kompetenzzentrum Forschung und Information Musik (KoFIM), in dessen Rahmen die Autographensammlung der Staatsbibliothek zu Berlin digitalisiert und mit der Software des RISM beschrieben wurde, ist inzwischen beendet. Nicht nur der Nachweis der Quellen erfolgte über den RISM Online-Katalog, dieser wurde auch um Links zu den zugehörigen Digi­tali­saten erweitert.

Eine weitere Kooperation besteht mit dem Archivio della cantata italiana (Clori). Da es Überschneidungen zu den Daten von ICCU gibt, werden die Daten aus dem Clori-Pro­jekt erst nach diesen Daten überführt.

Im Rahmen der Kooperation mit der Universidad autonoma de Mexico wurden Mus­ter­daten geliefert und analysiert. RISM wird Beschreibungen der historischen Bestände der Kathedrale von Mexiko City erhalten.

Auch die portugiesische Nationalbibliothek hat Testtitel übersandt, die analysiert wurden.

RISM sucht weitere Kooperationen auch mit Quellendatenbanken von Editionsinsti­tuten. Grundsätzlich sollen zu den Einträgen in solchen Datenbanken Verlinkungen gesetzt wer­den und nur die zum Suchen notwendigen Datenbestandteile in den RISM-Daten übernommen werden.

Im Berichtsjahr konnte die RISM-Manuskriptdatenbank um ca. 197.000 Titel erweitert wer­den und enthält derzeit ca. 1.210.000 Titel.

Nachdem die Daten zur Serie A/II in den 80er Jahren als Microfiche und ab 1994 jährlich als CD-ROM veröffentlicht wurden, stehen sie seit Juli 2010 in einem Online-Katalog kostenlos im Internet zur Verfügung. Die Entwicklung der Suchsoftware wurde durch eine Zusammenarbeit des RISM mit der Bayerischen Staatsbibliothek, München, und der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz möglich.

Anfang September konnte wieder ein neues Release freigegeben werden. Schwerpunkt war diesmal die Verbesserung der Anzeige und Suche bei Drucken entsprechend den neuen, für Muscat entwickelten Templates. Diese Templates enthielten nicht nur erweiterte Felder zur vollständigeren Beschreibung der Ausgaben. Für Sammeldrucke waren zudem Nebeneinträge für enthaltene Werke eingerichtet worden. Diese werden jetzt korrekt angezeigt. Außerdem wurde die Fundortangabe von Exemplaren verbessert und Digitalisate den jeweiligen Fundorten zugeordnet.

Derzeit (Oktober) besteht der gesamte Datenbestand im OPAC aus 1.360.988 Titeln. Darin ist der Normdatenbestand von 137.629 Titeln aus der Personennormdatei, 66.214 aus der Institutionendatei (wurde bereinigt) und 34.504 Literaturzitate enthalten. Es verbleiben 1.157.145 Titel mit Quellennachweisen, die wiederum zu unterscheiden sind in 973.773 Titel mit Hand­schrif­tenbeschreibungen und 182.530 Musikdrucke. Der Anfangs­bestand von ca. 700.000 Handschriftentiteln konnte also inzwischen um ca. 273.000 er­wei­tert werden. Hinzu kommen die Drucke, die im Anfangsbestand nicht enthalten waren.

Die beliebten Links zu Digitalisaten konnten inzwischen auf über 54.372 erweitert werden.

Der Online-Katalog wurde im Monat durchschnittlich von 8.333 Per­sonen bei 23.092 Besuchen genutzt, das sind im Jahr: 100.000 Personen bei 277.100 Besuchen mit 17,4 Millionen Seitenzugriffen.

Die Entwicklung des OPAC erfolgt federführend seitens der BSB München im Rahmen einer Förderung durch das FID-Programm (Fach Informations-Dienst) der DFG auf der Grundlage der proprietären Software TouchPoint.

Die Datenbank wird auch von EBSCO Publishing Inc. im Bündel mit den Partner­pro­jekten RILM und RIPM (siehe www.r-musicprojects.org) angeboten. Hier stehen allerdings die letzten Datenupdates noch aus.

Seit Juli 2013 werden die Daten des Online-Katalogs als Open Data und seit 2014 als Linked Open Data angeboten. Dieses Angebot richtet sich an Bibliotheken, die ihre Titel in den eigenen lokalen Online-Katalog übertragen wollen, oder an musikwissen­schaft­liche Projekte, die einen Quellenkatalog zu bestimmten Themen als Basis für weitere For­schung verwenden wollen. Um die Belieferung mit den Daten zu vereinfachen, hat die Zentralredaktion Tools entwickelt, wie z.B. eine SRU-Schnittstelle. Dieses Angebot wird auch genutzt: Über die SRU-Schnittstelle z.B. gelangen die Daten in das Biblio­theksservicezentrum in Konstanz, die Staatsbibliothek zu Berlin und die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden zur Nutzung im eigenen Katalog. Das Forschungsprojekt Detmolder Hofmusik nutzt die Daten als Basis für weitere, detail­lierte Erforschung des Bestandes. RISM wünscht, dass die Nutzer dieser Angebote even­tu­elle Korrekturen und Ergänzungen der Zentralredaktion melden und wird dazu weitere Hilfsmittel entwickeln.

Die Erfassungssoftware Muscat (Siehe: muscat-project.org/), die im November 2016 ausgeliefert werden konnte, beruht auf einem open source Programm. Es ist somit auch auf die Bedürfnisse anderer Pro­jekte anpassbar, so dass damit die Wiederverwendung der RISM-Daten für wissen­schaft­liche Zwecke erheblich erleichtert werden kann.

Die RISM-Zentralredaktion sieht es als ihre Aufgabe an, die Arbeitsgruppen technisch und fachlich optimal zu unterstützen. Im technischen Bereich stehen vor allem Datenaus­tausch und Programmentwicklung im Vordergrund.

Das Erfassungsprogramm Muscat läuft zur vollsten Zufriedenheit. Selbstverständlich wird es stets weiterentwickelt, was fast monatlich zu neuen, kleineren Releasen geführt hat. Derzeit steht die Version 5.2.1 zur Verfügung. Muscat wird entwickelt und unterhalten in einer Partnerschaft zwischen der RISM-Zentralredaktion und RISM Schweiz, deren Beitrag zu Muscat vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung gefördert wird.

Die fachliche Unterstützung beginnt mit der Einarbeitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehender oder neuer Arbeitsgruppen. Dazu haben Mitarbeiter/innen der Zentralredaktion Arbeitsgruppen besucht und auf Konferenzen Workshops gehalten. Ein­zelne Arbeitsgruppen geben inzwischen selbst ihre Kenntnisse in Workshops an die Kollegen/innen im Land weiter. Daneben werden auch Tutorials auf Youtube oder direk­te Kontakte via Skype angeboten.

Redaktionell ist die Zentralredaktion für die Vereinheitlichung der Daten und die Bear­beitung der Norm­dateien Namen, Institutionen, Literatur und (sakrale) Texte ver­ant­wort­lich. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen, die in diesem Zuge auch eine fortlaufende Betreuung erfahren können.

Für eine bessere Kommunikation mit Arbeitsgruppen, Be­nutzern und interessierten Personen hat die Zentralredaktion in den letzten Jahren folgende Maßnahmen vorgenom­men:

Die Website des RISM, die in Zusammenarbeit mit der Mainzer Akademie der Wis­sen­schaften und der Literatur (Digitale Akademie) entstanden ist, wird von der Zentral­­redaktion und den Arbeitsgruppen ständig mit neuen Inhalten bestückt und erfreut sich weiter steigender Be­liebt­heit. (Nach Erscheinen der Datenschutzrichtlinie wurden Pro­tokolldaten gelöscht, so dass keine Statistik mehr möglich ist.)

Eine RISM Facebook Seite spricht ein weiteres internationales Publikum an und hat in­zwischen 3.508 Follower. Auch auf Twitter ist RISM aktiv.

Das RISM-Kurzporträt kann über die Zentralredaktion bezogen werden. Es liegt in einer englisch-deutschen, englisch-spanischen, englisch-chinesischen, englisch-russi­schen und auch englisch-portugiesischen Ausgabe vor.

In Wikipedia wurden Kurzartikel auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Katalanisch, Spa­nisch, Niederländisch, Schwedisch, Chinesisch und Russisch eingestellt.

Die Kontakte zu den Arbeitsgruppen und zur Fachöffentlichkeit werden durch Teil­nahme an Konferenzen und Veranstaltungen gepflegt. Am wichtigsten sind der jähr­liche, internationale IAML-Kongress, der im Berichtsjahr in Krakau stattfand. Neben den übli­chen RISM Veranstaltungen konnte diesmal ein zweiteiliger, intensiver Workshop zu Muscat angeboten werden, der gut besucht war.

In Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz veranstaltete die Zentralredaktion vom 9. bis 11. Mai eine Konferenz zum Thema Werktitel, Werknorm - Perspektiven der Einführung einer Werkebene bei RISM. Konferenzort war die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Auf der RISM Website befinden sich das vollständige Programm, Abstracts und teilweise Mitschnitte der Referate.

Februar 2020

Klaus Keil